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Liebesgedicht
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Die Wölfin
Venetian_skies
Tagträumer/in
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Anmeldungsdatum: 13.12.2009
Beiträge: 4
Themen: 3
Strafpunkte: 0 von 10
Die Wölfin

Heute ist der Mond mein Lehrer
und ich bin seine Schülerin,
unvorsichtig und selbstsicher
folge ich seinem Angesicht,
kein Hindernis ist für mich unüberwindbar,
kein Weg ist für mich zu weit,
hinterlasse Spuren im sandigen Boden,
bin umhüllt von der Nacht und Dunkelheit,
bejaule in voller Überzeugung meinen Meister,
mein einziges Licht, das mich führt,
verschafft mir die leuchtende Frucht,
ich folge seinem Ruf,
ich lasse mich belehren,
ich bestrebe sein Lebensprinzip,

Früher zog ich es vor, mich meinen
Angebeteten voll und ganz hinzugeben.
Ach Schatz früher warst du, derjenige
dem ich vorsichtig und bedacht auf
leisen Sohlen folgte,
fürchtete mich Spuren zu hinterlassen
oder Fehler zu machen,
die Andere im Tageslicht entdecken würden,
warst mein Rudelführer,
warst mein Alphatier,
war deins von Montag bis Freitag,
Freitag bis Montag konnte ich entfliehen,
gabst mir nicht die Anerkennung,
die ich brauchte,
habe es satt mich zu binden,
um mich dann doch alleine zu fühlen.

Mein Geheul erinnerte an das
Betteln eines verängstigten Hundes.
Heute ist es der Schlachtruf
aus der Ferne der Finsternis,
fühlte mich eingesperrt von Tag zu Tag,
angekettet und am Atmen gehindert.
Mir liegt das alltägliche Leben nicht,
ich verehre mehr das nächtliche Leben,
sprenge die Ketten und atme in vollen Zügen,
daher befreie ich mich von Nacht zu Nacht

Drum ziehe ich nun los,
in die weite Ferne der Nacht,
laufe mit meinen Beinen,
hinterlasse Spuren im sandigen Boden
und mache Fehler,
die Andere in der Dunkelheit nicht entdecken werden,
lebe meine Jugend,
genieße die Anerkennung, die
ich da draußen in der Nacht finde.
Betrete jede Bar, die ich finde,
erleuchtet durch die Sterne am Firmament,
schaue mich voller Neugierde um
und richte meinen Blick auf
mein nächstes Opfer, in voller
Zuversicht und ohne Zweifel
mein Ziel zu erreichen
und mich gut zu fühlen.
Meine Fingernägel sind die Klauen,
die ich meinem Opfer in die Haut drücke.
Das Leben gab mir einen unstillbaren Hunger,
ich nehme mir was ich brauche und
koste ein bisschen von Fortuna.

Früher gehörte ich dir jeden Tag,
nun gehört mir die Nacht,
während ich in den Armen eines
anderen Kavaliers liege,
tötet dich die Eifersucht.
Ich folge heute dem Willen des Mondes
und gehe selbstbewusst mit großen Schritten.
Nächtliche Wesen sind nicht nicht so vorsichtig
und hinterlassen Spuren im sandigen Boden
und machen Fehler, die, die Anderen entdecken,
losgelöst von diesen Zwängen
schreite ich durch die nächtliche Welt
auf der Suche nach meinem nächsten Opfer
und kümmere mich nicht mehr um dich.
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Die Wölfin
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